Wien (OTS) – Der WIFO-Werbeklimaindex liegt nach der Erhebung vom
Juli 2026 bei
knapp 11 Punkten und damit etwa auf dem Niveau des Vorquartals. Die
unternehmerischen Einschätzungen zur Lage der österreichischen Werbe-
und Kommunikationsbranche bleiben zurückhaltend: Die aktuelle
Geschäftslage wird mit einem Saldo von minus 21 Punkten weiterhin
deutlich negativ beurteilt. Positiv zu bewerten ist, dass die
Erwartungen der Unternehmen für die kommenden Monate wieder
zuversichtlicher ausfallen als zuletzt.
„Die Werbewirtschaft bleibt trotz erster vorsichtiger positiver
Signale unter Druck. Der Gesamtindex hat sich zwar stabilisiert, aber
die aktuelle Geschäftslage wird von vielen Betrieben weiterhin
kritisch eingeschätzt. Besonders die schwache Nachfrage belastet die
Unternehmen“, sagt Jürgen Bauer, Obmann des Fachverbands Werbung und
Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). 45
Prozent der befragten Unternehmen berichten von unzureichenden
Auftragsbeständen. Für 48 Prozent ist mangelnde Nachfrage das
Haupthindernis ihrer Geschäftstätigkeit; nur 39 Prozent melden
derzeit keine Behinderungen. Die Beurteilung der Nachfrage der
letzten drei Monate liegt mit plus 6 Punkten leicht im positiven
Bereich, bleibt aber weiterhin verhalten.
Beim Blick nach vorne hellt sich das Bild leicht auf: Die
Nachfrageerwartung liegt mit per Saldo plus 3 Punkten wieder knapp im
positiven Bereich, die erwartete Geschäftslage für die kommenden
sechs Monate bei plus 5 Punkten. Aber die Beschäftigungserwartungen
bleiben mit einem Saldo von minus 10 Punkten jedoch klar im negativen
Bereich.
Zwiti: Dienstleistungsvergleich: Auftragslage schwächer,
Erwartungen freundlicher
Der Vergleich mit der aktuellen WIFO-Auswertung der
Dienstleistungen zeigt ein differenziertes Bild: Im Durchschnitt
verzeichnet der Dienstleistungssektor im Juli 2026 eine stabile
Entwicklung auf niedrigem Niveau. 66 Prozent der
Dienstleistungsunternehmen gaben an über zumindest ausreichende
Auftragsbestände zu verfügen, in der Werbebranche waren es 55
Prozent. Auch der Anteil jener Unternehmen, die keinerlei
Beeinträchtigungen ihrer Geschäftstätigkeit erfuhren, liegt im
Dienstleistungssektor bei 45 Prozent und damit knapp über dem
Vergleichswert der Werbewirtschaft.
Gleichzeitig sind die Erwartungen in der Werbungbranche etwas
optimistischer: die Einschätzungen zur künftigen Nachfrage- und
Geschäftslageentwicklung liegen leicht im Plus, während der
Vergleichswert im gesamten Dienstleistungsbereich mit minus 3,5
Punkten knapp unter der Nulllinie bleibt. „Im Gesamttrend gehen die
Dienstleistungsunternehmen für die kommenden Monate von einer
leichten Verbesserung der wirtschaftlichen Dynamik aus. Die
Werbungwirtschaft steht bei der aktuellen Auftragslage etwas stärker
unter Druck, sie zeigt sich bei den Ausblicken auf die künftigen
Entwicklungen dafür aber optimistischer. Das ist noch kein Indiz für
eine breit getragene Erholung, aber ein vorsichtig positives Signal
für die kommenden Monate“, sagt WIFO-Ökonomin Agnes Kügler.
Schwache Dynamik EU-weit spürbar
Auch im EU-Vergleich ist die schwache Dynamik in der
Werbewirtschaft spürbar. Österreichs Werbeklima liegt gemeinsam mit
Griechenland, der Slowakei und Tschechien im vorderen Feld der
Mitgliedstaaten. „Die Ergebnisse zeigen, dass die Branche weiter mit
einem schwierigen Umfeld konfrontiert ist. Umso wichtiger ist, dass
Investitionen in Kommunikation und Werbung nicht weiter aufgeschoben
werden: Gerade in unsicheren Zeiten brauchen Unternehmen
Sichtbarkeit, Vertrauen und klare Marktansprache“, so
Fachverbandsobmann Jürgen Bauer abschließend.
Das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) erhebt in regelmäßigen
Abständen im Auftrag des WKÖ-Fachverbandes Werbung und
Marktkommunikation den Werbeklimaindex. (PWK391/PAT)