Arnold-Schönberg-Preis der Stadt Wien geht an Mirela Ivičević

Wien (OTS) – Anlässlich des 150. Geburtstags der bedeutenden
Musikerpersönlichkeit
Arnold Schönberg rief die Stadt Wien im Jahr 2024 den Arnold-
Schönberg-Preis ins Leben. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung
würdigt Persönlichkeiten für ihr bisheriges künstlerisches Lebenswerk
im Bereich der zeitgenössischen Musik, die zur Bedeutung Wiens als
lebendigen Ort der Musik beitragen. Der diesjährige Preis geht an
Mirela Ivičević.

„Arnold Schönberg wagte den musikalischen Schritt ins Unerwartete
– eine Haltung, die auch Mirela Ivičević vertritt. In ihren
Kompositionen verbindet die Künstlerin musikalische Radikalität mit
gesellschaftsrelevanten Themen. Stilistisch zeigt sich ihre
Vielseitigkeit in akustischen, elektroakustischen und intermedialen
Werken für kammermusikalische Ensembles und Orchester sowie Musik für
Theater, Film und Oper. International unterwegs, steht sie für ein
Musikverständnis, das Grenzen überschreitet und Perspektiven
erweitert. Mit dem Arnold-Schönberg-Preis würdigt die Stadt Wien eine
Komponistin, die das heutige Musikschaffen weit über Wien hinaus
prägt“ , so Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler .

Zwtl.: Aus der Jurybegründung

„Mirela Ivičević überzeugt mit ihrer unnachgiebigen
künstlerischen Haltung und zählt zu den markanten Stimmen der
zeitgenössischen Musik.
Ivičevićs Kompositionen reflektieren soziokulturelle und politische
Realitäten. Die Künstlerin hinterfragt Grenzen, Tabus und das
scheinbar Eindeutige und kreist um Themen wie Selbstermächtigung,
Identität und die eigene Biografie – etwa in ihrem Orchesterwerk „Red
Thread Mermaid“, uraufgeführt im Oktober 2025 beim Abschlusskonzert
der Donaueschinger Musiktage. Sie collagiert darin Fragmente von Ex-
Jugoslawien-Liedern ihrer Kindheit und verwebt sie mit dem
orchestralen Klangkörper. Ihre Musik entwickelt nicht nur suggestive
Dringlichkeit, sie ist Rebellion und Möglichkeits(t)raum zugleich.“

Zwtl.: Zur Biografie von Mirela Ivičević

Mirela Ivičević, 1980 in Split (Kroatien) geboren, lebt in Wien.
Sie studierte Komposition in Zagreb, Graz und Wien. Im Mittelpunkt
ihrer Arbeit steht das subversive Potenzial des Klangs. In ihren
Werken re-kontextualisiert sie Fragmente des Alltags zu einer „sonic
fiction“, die sich zwischen Erinnertem und Erträumtem bewegt und sich
mit Themen wie Identität, Freiheit und Koexistenz auseinandersetzt.
Mirela Ivičević arbeitete mit führenden Ensembles, Orchestern und
Solist*innen zusammen und kollaboriert regelmäßig mit Künstler*innen
anderer Disziplinen in genreübergreifenden Projekten. Ihr OEuvre
umfasst akustische, elektroakustische und intermediale Kompositionen,
Klanginstallationen, Musik für Film und Theater sowie drei Opern.
Sie ist Mitbegründerin des Black Page Orchestra, einem Wiener
Ensemble für radikale und kompromisslose Musik unserer Zeit, und
künstlerische Leiterin der Bludenzer Tage zeitgemäßer Musik.
Mirela Ivičević wurde unter anderem mit dem Erste Bank
Kompositionspreis des Klangforum Wiens (2019) ausgezeichnet und
erhielt den Komponist:innen-Förderpreis der Ernst von Siemens
Musikstiftung (2020) sowie den Belmont-Preis (2025). 2019 war
Ivičević Stipendiatin des Berliner Künstlerprogramms des DAAD. Ihr
erstes Album „Scarlet Songs“ erschien 2022 bei KAIROS.

Zwtl.: Der Arnold-Schönberg-Preis der Stadt Wien

Anlässlich des 150. Geburtstags der bedeutenden
Musikerpersönlichkeit Arnold Schönberg rief die Stadt Wien im Jahr
2024 den Arnold-Schönberg-Preis ins Leben. Dieser wird alternierend
mit dem Ernst-Krenek-Preis an einzelne Komponist*innen bzw. Teams
zeitgenössischer Musik, die zur Bedeutung Wiens als lebendigen Ort
der Musik beitragen, verliehen. Beide Auszeichnungen verstehen sich
als Würdigung für das bisherige künstlerische Lebenswerk und sind mit
Ꞓ 10.000 datiert. Die Preisträger*innen werden von einer unabhängigen
Fachjury vorgeschlagen und durch die amtsführende Stadträtin/den
amtsführenden Stadtrat verliehen.